Sonntag, 12. November 2017

Jugendsprache vs. Erwachsenensprache?

Quelle: Pixabay (CC0)

Sprache ist ja doch was Schönes. Während in Deutschland und in Österreich nach dem Jugendwort des Jahres gesucht wird und auch abgestimmt wird, bringt eine österreichische Qualitätszeitung mit User "Hallo, I bims": Kennen Sie die Jugendwörter 2017? ein eindrucksvolles Beispiel angewandter Jugendsprache inklusive der adäquaten Erwachsenenübersetzung. Dazu passend auch ein Quiz, um das eigene Wissen auch zu überprüfen. Und? Sprechen Sie fließend Jugend? ;-)

1,2,3 - Word Clouds, Hemingway and an Inspector for my classroom (and writing)

Digital tools may are quite nice when it comes to analysing texts or data. I have already mentioned the Hemingway app in one of me prior postings. It analyses the text structure and gives advice regarding a text’s readability. It “makes your writing bold and clear”, as the slogan indicates. 

Quelle: Pixabay (CC0)

Some days ago, a colleague introduced a second interesting app to me: text inspector. This app helps learners and teachers “check the difficulty of any text”. It compares the vocabulary used in a text to the English Vocabulary Profile (EVP), hence the CEFR levels of words. Therefore, it helps students to identify their level of proficiency when writing. Teachers can use this app to categorize texts they have found browsing the internet. When they paste a text, they see whether it is appropriate for level A1 or A2, just to give an example.

A third “tool” I would like to share is my beloved world cloud. I use word clouds in so many ways in my teaching and my everyday life as an everyday learner. Use the blogpost 170 ways to use word clouds in every classroom as a starting point. I will give a more detailed insight into my personal use in a forthcoming blogpost. I promise.

Mittwoch, 8. November 2017

Language learning and teaching: some websites I have to share with you

There are so many good websites that help language learners (and teachers) to cope with their every day’s business. When surfing the web, you come across so many good advice and there are loads of influencer you have to know regarding language teaching and learning, especially when it comes to English as a Second Language (ESL). Yesterday, I gave an insight into my favourite French resources, today I want to do the same for English (even though these sites may also be seen as a resource for all language teachers and learners who are able to understand an English text).

Dienstag, 7. November 2017

Enseigner le français (d’)aujourd’hui

Je n’écris pas beaucoup en français. C’est dommage vu qu’une langue s’en va quand on ne la pratique pas… Étant prof de français je suis sans cesse à la recherche de ressources non pas forcément éducatives mais plutôt authentiques. Je ne dis pas que les livres scolaires ne sont pas authentiques, mais je préfère les ressources actuelles pas forcément réalisées pour l’usage à l’école. Parmi mes sources préférées se trouvent les suivantes:
Pour trouver des exercices, des outils pratiques et des idées méthodologiques voilà les sources suivantes:
Je sais bien que ce n'est qu'une liste assez courte mais à ce moment-là ce sont mes ressources préférées.

Montag, 6. November 2017

Mobiles Lernen in der Schule

Ich durfte heute am 4. P@d Day des Landeszentrums für Pädagogik und Medien Saarland die Keynote zum Thema Mobiles Lernen in der Schule halten. Hier vorweg meine Präsentation:



Mein Ausgangspunkt waren zwei kurze Statements als Eröffnung durch
  • Günter Scheffczk, Schulleiter des KBBZ Halberg, Saarbrücken
  • Dr. Burkhard Jellonnek, Leiter des Landesinstituts für Pädagogik und Medien (LPM), Saarbrücken.
Bei beiden schwang im Subton die notwendige Infrastruktur mit. Das ist ein zentraler Punkt, den ich auch in meine Keynote aufgenommen hatte: Mobiles Lernen oder vielmehr Lernen mit (Hilfe von) mobile devices – genauso wenig wie lernen digital sein kann, kann es mobil sein, aber das nur am Rande – wird seit Jahren im Horizon Report als kurzfristige Entwicklung angesprochen. Wenn es aber kein (Breitband-)Netz gibt, dann ist der Einsatz eingeschränkt. In diese Kerbe schlägt auch Jöran Muuß-Merholz (@JoeranDE), wenn er in einem Interview mit den Netzpiloten davon spricht, dass zur Zeit in Hinblick auf die Digitalisierung herumgewurstelt würde und es am Netz fehle. Auch Steckdosen zum Laden sind notwendig. Erst kürzlich erklärte mir ein Kollege schnippisch, dass er den Schülerinnen und Schülern als Aufgabe gäbe, das Smartphone zu laden, um es am nächsten Tag im Unterricht einzusetzen. Blöd nur, wenn der Unterricht in der zehnten Stunde ist, denn so manch Akku geht schon zu Mittag in die Knie.

Schon die JIM-Studie und die OÖ Jugend-Medien Studie – jeweils in der aktuellsten Auflage – zeigen, dass Schüler/innen grundsätzlich (aber nicht flächendeckend) über eigene Geräte verfügen. Die Sache ist nun aber die, sich auch drüber zu trauen, diese in den Unterricht zu integrieren, auch wenn etwas schief geht, weil die Technik nicht so ganz mag. Mit ihren eigenen Geräten sind aber die Schüler/innen meist vertraut – warum sie nicht in ihrer Expertise abholen und einfach machen lassen?

Quelle: Pixabay (CC0)

Wenn man wie bei Thomas Vitzthum in der Welt liest: "Ob der Einsatz von Smartphones, Tablets, Laptops mit entsprechenden Lernprogrammen, elektronischen Tafeln und so weiter pädagogisch tatsächlich sinnvoll ist, darüber wird nicht mehr diskutiert." (Quelle) und man gleichzeitig den Alltag in den Schulen und vor allem den Hochschulen kennt, so erkennt man eine Diskrepanz. Es wird nach wie vor diskutiert. Mittlerweile kommt aber zum OB auch das WIE dazu. Entgegen der Annahme im Artikel löst das WIE das OB nicht ab - beide Punkte sind in den Köpfen der Lehrenden und der Entscheider/innen noch/schon fix verankert.

Was man dabei aber bedenken muss: Der Einsatz mobiler Geräte zum Lernen (oder digitaler Medien allgemein) garantiert für nichts: weder für einen irgendwie gearteten Lernerfolg, noch für mehr Motivation oder Ähnliches. Ich möchte hier Jöran Muuß-Merholz zitieren:

Wie das pädagogisch aussehen kann, wissen wir schon länger als es Digitalmedien gibt. Das Lernen anhand von Projekten oder an Real-World-Zusammenhängen steht im Vordergrund. Das Digitale aber sprengt plötzlich auf, worauf Schule bisher limitiert war. Man hat nicht nur das Schulbuch als Quelle, sondern das ganze WWW. Früher war es sehr aufwändig, einen Experten in die Schule einzuladen, heute ginge das unkompliziert per Skype. (Quelle)

Die Möglichkeiten verändern sich. Es kann aber nicht darum gehen, eine App-Schlacht zu schlagen, sondern das Vorhandene sinnvoll einzusetzen und die (neuen und/oder veränderten) Möglichkeiten wahrzunehmen. Individualisierung, Differenzierung und Kompetenzorientierung (wie auch von mir in der Keynote genannt) sind eigentlich auch nur schöne Buzzwords (siehe dazu auch die Darstellung des Grunddilemmas Individualisierung in einer Schulklasse). Ich muss mir dabei immer die Frage stellen: Wohin möchte ich eigentlich? Was sollen meine Schüler/innen mitnehmen aus dem Unterricht?

Für mich persönlich heißt das, die 4C (siehe dazu auch den schönen Beitrag Gestaltung zeitgemäßer Lernangebote: Zu berücksichtigende Faktoren von Tobias Rodemerk) zu verinnerlichen und im Sinne des Connectivism ein eigenes Netzwerk aufzubauen, in dem man zwischen sicheren und unsicheren Quellen ebenso unterscheiden kann wie zwischen relevanten und nicht relevanten Informationen oder vertrauenswürdigen und wenig (nicht) vertrauenswürdigen Quellen. Wir können nicht  mehr alles wissen, wir müssen aber wissen, wo wir suchen (und fündig werden) können. Man beachte, was sich in einer Minute im Netz so tut (inkl. Vergleich zu den Jahren davor).

Die Schüler/innen sollen zum eigenständigen Lernen ermutigt werden (Fehler inklusive), das sie auf Lifelong Learning-Prozesse vorbereitet. Lernen unter Einsatz von Kreativität und Kommunikationsfähigkeit, kollaborativ und kritisch denkend. Dazu gehört auch das Vermitteln von Strategien zum Lernen lernen (siehe zum Beispiel die Materialien hierzu auf Erwachsenenbildung.at und Schule.at), nicht immer alles vorzukauen (siehe hierzu Gail Moores Beitrag 7 Educational Transformations for Any Classroom), sondern die Lerner/innen entdeckend lernen zu lassen...

Als Sprachlehrer/in seh ich mich genau dort: Computerprogramme werden als Übersetzungshilfen immer besser. DeepL ist das neue herausragende Beispiel (ich hab’s kreuz und quer probiert und find’s echt überraschend gut, wenn auch nur in sieben und nicht 103 Sprachen wie Google Translate). Was der Mensch leistet, ist das Finden kreativer Lösungen und das Anwenden von Verhandlungsstrategien unter Einsatz interkultureller und auch kommunikativer Kompetenz und die Empathie. Eine Sprache zu sprechen ist auch Verhandlungssache. Wir reagieren auf Fehler, gehen Missverständnisse ein und suchen nach Lösungen. Wir füllen keine Lückentexte aus oder beantworten Multiple Choice Fragen, wenngleich diese Formate zum Üben manchmal recht praktisch sind, aber das ist eine andere Geschichte. Vorsorglich ein paar Unterrichtsbausteinchen auch in der Präsentation, versteckt hinten QR Codes...

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Vokabellernen leicht(er) gemacht

Vokabellernen macht keinen Spaß und ist auch wirklich mühsam. Abgesehen davon ist es – aus neurodidaktischer Sicht – oft falsch in den Unterricht integriert. Nicht selten werden Listen auswendig gelernt und dann abgeprüft oder wiederholt. Visuelle Lerner/innen, wie ich beispielsweise, wissen dann ganz genau, dass das gesuchte Wort in der linken Spalte steht und recht kurz ist. Wie es aber heißt, bleibt uns verborgen. Vor allem aber will das Vokabellernen gelernt sein. Wie lernt man richtig und effizient? Welche Methoden helfen Lernerinnen und Lernern dabei, zu wiederholen? Wie lassen sich Vokabel lustvoll lernen? Nun, eine eindeutige Antwort gibt es auf diese Fragen sicherlich nicht. Wie so oft im Leben macht es wohl die Abwechslung aus. Wichtig ist aber, dass das Vokabular aktiv verwendet wird und in einen praktischen Kontext eingebettet ist. Wieso soll ich das Vokabel lernen? Wann wird es mir nützlich sein? Nicht nur in der Mathematik stellt sich so manche/r Schüler/in derartige Fragen.

Quelle: Pixabay (CC0)

Hier einige Seiten, die sich mit Methoden rund ums Vokabellernen beschäftigen und dabei spannende Tipps und Tricks verraten:
Update: Danke an Axel Krommer (@mediendidaktik_) für den Hinweis auf die Mini-Vorlesungsreihe "Sprachen lernen" heißt vor allem Wörter lernen. Hermann Funk berichtet hier über das Sprachenlernen und die Art und Weise, wie das Vokabellernen (nicht) funktionieren kann und soll. Hier Folge zwei der Reihe (die erfreulicherweise unter Creative Commons lizenziert ist) zum Thema "Folge 2: Wortschatzarbeit statt Vokabeln pauken".



Sprache soll angewandt werden, in einem passenden Kontext, der auch Sinn macht. Nur dann kann es funktionieren. Abgesehen davon sollte man sich vom Vokabellernen als Begriff verabschieden, vielmehr werden Wörter gelernt. Dazu habe ich mich aber auch in meinen Blogpost zur Neurodidaktik schon geäußert. 

Freitag, 20. Oktober 2017

Future Learning Lab in Wien - eine neue Spielwiese




Die Pädagogische Hochschule Wien hat seit heute ein eigenes Future Learning Lab (hier die Pressemeldung zur Eröffnung, hier ein längerer Beitrag mit Hintergründen). Klingt fein? Ist es auch! Wer dabei an einen hochtechnologisierten Raum denkt, der quasi alle Stücke spielt, der wird aber auf den ersten Blick ein wenig enttäuscht. Der Raum ist nicht ein Raum, sondern viele Räume. Die Technologie ist dabei vorhanden, aber nicht spürbar. Sie fügt sich in das Ganze harmonisch ein.

Wer das Future Classroom Lab aus Brüssel kennt, erwartet sich
wahrscheinlich einen sehr offenen Raum mit unterschiedlichen Zonen, in denen offen, synchron, kollaborativ oder doch nebeneinander gearbeitet werden kann. Das Future Learning Lab in Wien besteht aus mehreren Räumen und ist somit dem Schulalltag sehr nahe. Es gibt zwei größere Räume (40m2 bzw. 60m2) und kleinere Räume, die parallel genutzt werden können.

Jeder Raum hat eine Funktion, wie den Türschildern zu entnehmen ist. Alle Möbel und technischen Geräte können aber auch flexibel bewegt werden. Die bunten Sessel und Sitzwürfel lassen sich im Raum und über die Raumgrenzen hinaus verteilen. Der Green Screen kann auch in anderen Räumen aufgebaut werden, die Tische sind wabenförmig, sodass man sich gegenseitig beim Arbeiten ansehen kann.

Die Geräte sind vielfältig: Es gibt größere und kleinere Kameras, Stative, in die man seine eigenen Smartphones oder auch die vorhandenen Tablets einspannen kann. Bei den Geräten selbst, besonders den Tablets, wurde auf Vielfalt großer Wert gelegt. So gibt es Modelle der großen Anbieter, auch hier ist man sehr flexibel. Und eine Einschulung war heute ebenfalls inklusive. Da konnten die VR-Brille ausprobiert und auch ein kurzes Video gedreht werden. Ja und die Sitzsäcke luden zum
Verweilen und Ausprobieren ein.

Was sich im Lab, das in meinen Augen Future Learning Space heißen müsste, denn Laboratoriumscharakter sucht man vergeblich, machen kann, ist klar: Dinge ausprobieren. Es ist ein Ort, an dem - wie auf einer Spielwiese - Dinge probiert werden können. Einzeln oder im Team, unter Anleitung oder auf eigene Faust. Die Räume laden zum Verweilen ein, die Technik zum Ausprobieren. Was davon man in der Schule einsetzen kann, hängt von vielen Faktoren, den Rahmenbedingungen an der Schule, den eigenen Vorlieben ab. Spontan würden mir aber, neben dem Ausprobieren und Herumspielen, sofort ein paar Ideen kommen:

  • Erstellen eines Stopmotion-Videos für den Sprachunterricht (siehe Baustein von J. Kortschak)
  • Navigation in Google Maps (siehe Baustein von K. Oswald)
  • Kurzvideoproduktion zu unterschiedlichen Themen (im Microlearning-Format beispielsweise als Elevator Pitch oder Pecha Kucha)

Und in diese Überlegungen sind die unterschiedlichen Apps noch gar nicht eingeflossen:

  • Erstellen eines Voki
  • Vokabelrallyes mit Quizlet
  • Minifilmchen mit ExplainEverything
  • Die virtuelle Welt von Aurasma
  • Das szenische Spiel mit Snapchat

Das nur als erste Überlegungen. Wenn man sich länger damit beschäftigt, fallen einem sicher noch jede Menge Möglichkeiten ein. Ich freue mich aufs Ausprobieren.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Digitalisierung des Lernens: Non scholae sed vitae discimus.

Digitalisierung ist so eines der beliebtesten Schlagworte zurzeit. Wahrscheinlich sogar das beliebteste. So ein richtiges Buzzword. Alle sprechen davon, aber niemand weiß genau, was damit gemeint ist. Ist Ihnen dieser Beitrag zu pauschal? Ja, so ist auch die Diskussion über Digitalisierung. In unterschiedlichen Kontexten heißt Digitalisierung was Unterschiedliches. Wenn wir den Blick aus der Schule auf die Digitalisierung lenken, so denken wir zunächst an Interactive Whiteboards, Smartphones und Tablets. Also an digitale Medien, die zum Lehren und Lernen eingesetzt werden. Unterricht kann aber nicht digital sein. Die Realisierungsform der Medien kann digital sein, die eingesetzten Medien können digital sein. Aber das Lernen und Lehren sind nicht digital.

Quelle: Pixabay (CC0)

Auf einer anderen Seite denken wir aber auch an unsere Schüler/innen, die wir mit Kompetenzen ausstatten müssen, die wir selbst erst ausbilden müssen, Kompetenzen, von denen wir nicht mal wissen, dass sie in Zukunft relevant sein werden. Wir bereiten die Schüler/innen oft auf Berufsfelder vor, die gestern aktuell waren. Wir sollten sie auf Berufe vorbereiten, von denen wir nicht mal wissen, dass es sie geben wird. Wer hätte vor 20 Jahren daran gedacht, dass man mit YouTube-Videos (Was ist eigentlich YouTube?) Geld verdienen kann? Dass Social Media-Marketing eine zentrale Rolle spielt? Dass Online- und Offline-Handel verschränkt sein werden – der Versand- und der traditionelle Handel ineinander greifen (Click & Collect als Schlagwort)?

Es gibt Berufe, die sich wegdigitalisieren lassen. Der Job Futuromat gibt uns darüber Auskunft. Im Zuge seiner Keynote Industrie 4.0 / Wirtschaft 4.0: Eine Herausforderung für alle Bereiche der Berufsbildung hat Karl Wilbers Roboter in der Pflege genannt, über Digitalisierung gesprochen und als eine überspitzte Formulierung genannt: Männer lassen sich leichter wegdigitalisieren als Frauen. Die Aussage beruht auf einer Analyse von Berufsfeldern, die sich leichter „digitalisieren“ lassen und andere, bei denen es schwerer geht. Pflegeberufe, Erzieher/innen und Lehrende lassen sich schwerer wegdigitalisieren als Bereiche, in denen Routinehandlungen ausgeführt werden. Das heiße aber nicht, dass vor allem die Helferebene Angst haben müsse. Dies ziehe sich durch alle Ebenen. Eine sehr runde Keynote, die kritisch und reflektiert an das Thema Digitalisierung herangeht. Ohne Verherrlichung, ohne Dämonisierung, einfach erfrischend.

Quelle: Pixabay (CC0)


Da ich auf diesem Vernetzungstreffen zu digi.kompP, QIBB und Fremdsprachenlernen sprechen darf, lege ich die Erkenntnisse auf das Sprachenlernen und -lehren um. Und dabei greife ich auf den gestrigen Blogpost und die beschriebene Fehlerkultur zurück. Automatisierte Mails und Standardfloskeln lassen sich sicherlich durch Übersetzungsprogramme abdecken. Auch Chatbots werden beim Sprachenlernen eine Rolle spielen. Sprache ist aber lebendig, es geht um das Aushandeln, es geht um interkulturelle Kompetenzen und um das Aufeinander-Reagieren. Dabei können auch Ironie, Sarkasmus und ein gewisses Augenzwinkern im Spiel sein. Wenn Fehler und Missverständnisse auftreten, ändert sich der Kontext. Ein Plan B muss in Betracht gezogen werden. Vielleicht auch ein Plan C oder ein Plan D. Ein Algorithmus ist vielleicht nur wenig hilfreich. Wichtig erscheint also, das aktive Sprachhandeln zu trainieren, den Lernenden Freude am Lebenslangen Lernen zu vermitteln, ihnen Möglichkeiten des Lebenslangen Lernens aufzuzeigen. Es geht nicht um das Lernen für die Schule, sondern das Leben. Non scholae sed vitae discimus. Ein altbewährter und noch immer gültiger Ausspruch.

Werden Fremdsprachenkenntnisse bald überflüssig, weil computergestützte Übersetzungen immer besser werden?

Die Frage ist, wie man Fremdsprachenkenntnisse definiert: Wenn es um formelhafte Geschäftsbriefe oder Anleitungen geht, so hat man sich auch im analogen Zeitalter schon auf Referenzbücher und Vokabellisten „verlassen“ bzw. diese Phrasen automatisiert. Auch in der schriftlich-neutralen Korrespondenz funktionieren computergestützte Übersetzungen gut. Und es ist sicherlich korrekt, dass computergestützte Übersetzungen immer genauer und zuverlässiger werden. Den Faktor Mensch werden sie aber so schnell nicht ersetzen können. Denken Sie an Ironie, Sarkasmus oder auch an interkulturelle Aspekte, wenn es um Verhandlungen geht. Auch Menschen haben mitunter Probleme, versteckte ironische Hinweise, sarkastische Anmerkungen und Anspielungen auf einen (gemeinsamen) kulturellen Kontext zu erkennen, zu deuten und angemessen darauf zu reagieren. Wie agiert man beispielsweise in einem bestimmten Sprachraum in einem Gespräch? Darf man das Gegenüber unterbrechen? Wenn dann auch noch Wortwitze oder Emotionen hinzukommen, die Stimmmelodie sich verändert oder verschiedene Register eine Rolle spielen, man sogenanntes Code Switching betreiben sollte (es spielt ja eine Rolle, ob ich mit meinen Freundinnen und Freunden oder meinen Lehrerinnen und Lehrern spreche), dann ist der Computer noch lange kein Ersatz. Es gibt Ansätze in diese Richtung, die aber noch in den Kinderschuhen stecken.

Quelle: Pixabay (CC0)

Wichtig im schulischen Kontext scheint es, den Schülerinnen und Schülern mündliche Kompetenz zu vermitteln, die sie zu Sprachhandelnden macht. Im schriftlichen Kontext ist es wichtig, die Existenz und Möglichkeiten computerunterstützter Übersetzungen nicht zu negieren, sondern die Lerner/innen vielmehr darauf zu sensibilisieren, die Übersetzungen auch richtig zu wählen Doppeldeutige Wörter richtig zu verwenden, Synonyme zu finden und auch Sprichwörter nicht wortwörtlich zu nehmen.

Dienstag, 3. Oktober 2017

Neurodidaktik und was wir fürs Lernen aus ihr mitnehmen können

Als Mediendidaktikerin bediene ich mich regelmäßig unterschiedlicher Hilfswissenschaften. Oder anders gesagt: Ich hole mir das Beste aus den unterschiedlichen benachbarten Wissenschaftszweigen: den Bildungswissenschaften, den Fachdidaktiken, der Psychologie, der Lernweltforschung als Untergattung und natürlich auch der Neurodidaktik. Natürlich? Naja, Lernen hat was mit dem Gehirn zu tun, also liegt die Verbindung zwischen diesen beiden Bereichen nahe. Klar, oder? Was aber können wir übernehmen? Welche Bereiche tangieren uns Lehrende? Welche Erkenntnisse sind zentral? Wie können wir die Erkenntnisse zielführend in unsere Lehre einbauen? Weil ich diese Fragen nicht beantworten kann, kamen mir Vortrag (Lernst du noch oder verstehst du schon? Der Weg des Wissens ins Gehirn in digitalen Zeiten) und Workshop (Warum man Kompetenz nicht googeln kann - die Rolle von Lehrenden in digitalen Lernszenarien. Eine gehirngerechte Perspektive) im Zuge des Follow Ups zum Tag der Lehre an der FH Kärnten ganz recht. Dr. Henning Beck war als Vortragender geladen und da ich seine Bücher (Irren ist nützlich oder Hirnrissig) teilweise kenne, versprach ich mir sehr viel vom Nachmittag in Villach.

Quelle: Pixabay (CC0)
Der Vortrag begann vielversprechend und ich versuche ihn hier auch wiederzugeben - mit einiger Distanz allerdings und somit kann ich leider nicht mehr sagen, was von mir und was vom Vortragenden. Man möge es mir verzeihen. Der Inhalt in aller Kürze: Daten und Informationen lassen sich googeln, Wissen jedoch nicht. Deswegen ist das Wissen auch so schwer überprüfbar. Ja, das macht Sinn, dachte ich mir. Auch in Zukunft werden wir unser Gehirn zum Denken brauchen – ganz analog. In unserem Gehirn werden Informationen in Denkkonzepte umgewandelt, wir speichern Dinge in Mustern ab und setzen sie zu anderen in Relation. Wir gehen dabei nicht von Schritt A zu Schritt B und dann zu Schritt C. Wir können Schritte auch auslassen: Wenn wir einen Apfel sehen, gehen wir eine Beziehung zu ihm ein. Jede/r hat ein eigenes Konzept davon oder dazu. Das ist categorized thinking. Wir lernen auch in Konzepten und Kategorien. Man denke an einen Stuhl (oder österreichisch: Sessel). Wir nennen Stuhl eine Sache, auf der man sitzen kann. Ein Stuhl muss aber nicht unbedingt eine Lehne und vier Beine haben. Hier können wir durchaus kreativ sein.

Das Gehirn funktioniert nicht nach Algorithmen, der Computer aber schon. Wenn man keine Fehler macht, kommt man immer nur an das Ziel, für das man programmiert ist. Computer sind heute gleich dumm wie früher, sie sind es heute nur schneller, meint Henning Beck dazu. Das ist Intelligenz, ihr fehlt aber die Kreativität. Wir müssen auch neue Wege gehen können. Wir gestalten die Welt, indem wir mit ihr in Beziehung treten, hierfür muss man aber auch Fehler machen dürfen. Ein feiner Unterschied dabei: Wir können lernen und verlernen. Wenn wir etwas verstanden haben, können wir aber nicht ent-verstehen.

Quelle: Pixabay (CC0)

Wenn man die gleichen Daten hat, kann die Information eine andere sein. Es hängt von der Kontextualisierung und somit auch der Beziehung ab. Ein Beispiel gefällig? Man nehme die beiden Smileys :( und :) Sie unterscheiden sich in 50% ihrer Daten, die Information ist aber eine ganz andere. Wenn wir lernen, erkennen wir keine Daten, sondern Konzepte. Und dabei ist es wichtig, dass wir das große Ganze erkennen. Hier spielt wiederum das Warum eine Rolle.

Von besonderer Wichtigkeit für das Lernen dabei, so Beck, ist die Pause. Wir lernen im Schlaf oder in den Pausen – den Leerläufen jedenfalls, vor denen wir eigentlich irgendwie Angst haben. In dieser Zeit werden die Muster in unserem Gehirn angepasst. Je besser ich den Reiz verarbeite und in einen Kontext einbette, desto besser lerne ich (vielleicht wäre ‚nachhaltig‘ hier das richtigere Wort). Man sollte einen Schritt zurück treten und die Daten verdauen. Man sollte das Umfeld variieren und die vielen Sinne nutzen, um das Konzept zu erkennen. Deshalb gibt es auch keine Lerntypen. Alle Sinne spielen eine Rolle, je mehr Sinne angesprochen werden, desto besser. Und am besten ist es, wenn wir ein Problem lösen, indem wir Fragen stellen. Durch Fragenstellen erhalten wir einen besseren Zugang zum Thema. Spaced Learning statt Massive Learning sollte am Programm stehen. Wir lieben es, blockweise zu lernen (Down and Deliver). Wir sollten beim Lernen aber das Übertragen auf andere Kontexte mitdenken und auch üben oder forcieren.

Quelle: Pixabay (CC0)

Und noch ein schöner Satz von Henning Beck: Wir können Menschen nicht motivieren, sie aber demotivieren. Wir sollten den Nutzen des Lernprozesses herausstellen und nicht belohnen. Eine reine Belohnung führt dazu, dass der emotionale Bezug fehlt. Zum Lernen braucht man aber positive und negative Emotionen. Stress (um die Belohnung zu erhalten) wirkt hemmend, Dopamin hingegen förderlich. Fehler können förderlich und hinderlich sein, je nachdem, wie ich als Lehrperson oder die Community mit ihnen umgeht. Sind Fehler gut oder schlecht? Das ist die alte Frage nach der Fehlerkultur. Wir brauchen eine neue eben solche.

Ich gehe mal aus Sicht der Sprachlehrenden an die Sache ran.
  • Sanktion: Wenn wir Fehler immer sanktionieren, verlieren die Lerner/innen Freude an der Sprache und am Lernen. Sie trauen sich nicht mehr, zu experimentieren oder Schema-F zu verlassen. Sie sollten aber – gerade in der Sprache – ermutigt werden, Neues und Kreatives auszuprobieren.
  • Wichtiges individuell bestimmen lassen! Die Schüler/innen fassen die zehn wichtigsten Punkte einer Stunde zusammen. Wir Lehrpersonen erkennen dann auch, wie unterschiedlich wir wahrgenommen werden und wo wir eventuell einen Schwerpunkt gelegt haben.
  • Induktion vs. Deduktion im Lernen! Grammatikregeln werden aus der Sprachverwendung abgeleitet und nicht fernab jedes Kontextes gelernt.
Quelle: YouTube
  • Warum mache ich das? Diese Frage hilft beim Lernen. Eine Freundin im Ausland? Ein möglicher Beruf? Ein gutes Buch? Ein YouTube-Star? Die Gründe, sich mit einer Sprache zu beschäftigen, können ganz unterschiedlich sein.
  • Wissen zählt! Informationen sind viel zu leicht verfügbar. Man kann alles googeln; ein Umstand, der die Kostbarkeit des Wissens untergräbt. Wir sollten hier die Dinge vom anderen Ende her denken, Wissen auf Augenhöhe vermitteln. Auftrag: Schreibe einen Schummelzettel für den anderen. Was ist wichtig? Ich muss die Information zuerst verdauen (und verstehen), um etwas erklären und das Wichtige vom Unwichtigen trennen zu können.
  • Kinder spielen nicht, um zu gewinnen. Nur wir Erwachsene spielen wegen des Erfolgs. Spielen sollte zum Erfahrungsgewinn beitragen. Lassen wir Kinder und Lerner/innen in Geschichten aufgehen. Storytelling ist das Schlagwort.
  • Habt Mut zur Muße! Wir schicken unsere Gedanken auf Wanderschaft und sehen das Ganze aus einer anderen Perspektive. Dabei kann auch ein Leerlauf das Ziel sein. Nur so können wir Informationen verdauen, kontextualisieren und in Wissen umwandeln.
  • Erkennt den Sinn! Den Sinn zu erkennen, kann uns dabei helfen, den Kontext abzustecken.
  • Fehler helfen uns beim Lernen! Aus perfekter Kommunikation Können wir nicht lernen, weil wir nicht reagieren müssen. Wir spulen nur ein Programm ab. Mit Verstehen hat das nicht viel zu tun, vielmehr beten wir auswendig Gelerntes fernab eines Kontexts herunter. Wir müssen aber neue Muster knüpfen und neue Konzepte entwickeln. So funktioniert Sprache, so funktioniert Lernen. Für das Vokabellernen heißt das, dass wir die Sprache aktiv anwenden müssen. Das Vokabellernen alleine hilft uns nichts, weil sowohl Kontext als auch Sinn fehlen.
Soweit der Vortrag, der so einige Aha-Erlebnisse mit sich brachte. Nichts wirklich Neues, aber doch so einiges ausformuliert, was man sich immer schon dachte.

Der Workshop aber blieb hinter den Erwartungen. Zum einen schon mal, weil die Folien eine einzige Urheberrechtsverletzung waren. Somit ist es unmöglich, die Folien zum Nachschauen zu bekommen, was natürlich für den Blick auf das Ganze schon mal wenig förderlich ist. Jetzt, wo ich mir retrospektiv ein Bild machen könnte….

Zum anderen – und vor allem – aber, weil mich schon der Eröffnungssatz störte: Digitales Lernen sei Distanzlernen. Es gäbe einen Medienbruch statt einer Interaktion beim digitalen Lernen. Nun gut, das ist ja irgendwie noch nachvollziehbar. Wie sollen Webinare gestaltet werden? Die Frage hätte auch von mir kommen können, kam sie aber nicht. Die Antwort: Webinare sind didaktisch schlecht. Ich hüte mich ja vor derart pauschalen Antworten. Vielleicht spricht der Vortragende aus seiner eigenen Erfahrung, hier aber auf die Gesamtheit ALLER Webinare zu schließen, ist falsch. So. Wichtig ist, dass man beim Lernen gehirngerechte Lernwelten erstellt. Wir denken in Mustern und Zusammenhängen – nicht in Zahlen oder Buchstaben. Wir reihen Bildern aneinander und entwickeln Geschichten. Nicht die Werkzeuge aber bestimmen die Lösung, wie es der Vortragende so knapp formulierte. Es ist meine Aufgabe als Lehrperson, Geschichten zu erfinden und zu erzählen. Ich soll unterschiedliche Kontexte anbieten (können), um aus unterschiedlichen Perspektiven an ein Problem herantreten zu können: Probleme zerteilen – mehr Angriffsfläche bieten. Das sollte die Devise sein. Vielleicht ist Microlearning hier ein Schlagwort. Vielleicht passen die eLectures der Virtuellen Pädagogischen Hochschule hier ins Konzept. Oder aber auch das Coffee Cup Learning. Gerade diese beiden Formate sind aber eben eLearning. Sie sind eben Webinare.

Quelle: Pixabay (CC0)

Für unser Lernen gilt, dass wir Wissen über Geschichten abspeichern und als Konzept ablegen. Eine mögliche Kleinteiligkeit hilft beim Anknüpfen. Wir sollten ein Bild im Kopf erzeugen und aus unseren Fehlern lernen. Wir scheitern sozusagen voran – ein Bild des Vortragenden, das mir gut gefällt. Wichtig ist dabei, als Lerner/in und als Lehrer/in Fragen richtig stellen zu können, ein Rätsel zu kreieren und das Lernen auch zu invertieren. Fehlervermeidung ist dabei ein falscher Zugang oder Ansatz. Wir sollten zu unseren Fehlern stehen (Das ist die Fehler. Ja, das ist der Fehler.) und aus ihnen lernen. Vielfach wird beim Lernen, egal ob an Schulen oder Hochschulen, jedoch eher ein Vermeidungsverhalten wegen möglicher (schlechter) Noten an den Tag gelegt. Dabei sollten wir unsere Lerner/innen zuerst fordern (explorativ) und dann fördern. Soziale Anerkennung treibt den Menschen am meisten an, nicht die Noten. Unsere Aufgabe ist es, bis zu einem gewissen Grad, die Neugier aufrechtzuerhalten und eben nicht zu demotivieren. Wiederholung und Überraschung oder auch die Neuartigkeit eines Kontexts helfen beim Lernen und Verarbeiten. Vermitteln oder Probleme lösen? Beides! Wir sollen Geschichten oder Anekdoten erzählen statt Fakten beten – ja, oder auch hier beide Wege gehen.

Quelle: Pixabay (CC0)

Wie wäre es, wenn die Schüler/innen ein Skript für die anderen bzw. die Lehrenden erstellen dürfen? Denken wir an divergentes und konvergentes Lernen – neue Wege, neue Perspektiven, neue Lösungen. Individualität und Kreativität sollen möglich und vor allem erlaubt sein. Und dabei sind auch wir Lehrende wichtig. Denn: Begeisterung steckt beim Lernen an. Darum geht's. Die besten Lehrer/innen leben ihr Fach und sind selbst begeistert. Sie strahlen Begeisterung aus, die eben ansteckt.

Dienstag, 26. September 2017

Tag der Sprachen

Der 26. September ist der Tag der Sprachen. Als ich noch in der Schule unterrichten konnte, habe ich diesen Tag immer gefeiert. Mit kulinarischen Leckerbissen und auch Hörproben, mit Texten und Theaterstücken. Da gab es dann Mundartquizzes ebenso wie Übungen zur Fachsprache.

Quelle: Pixabay (CC0)

Die Schüler/innen sollten (und sollen noch immer!) erkennen, dass Sprache sie nicht nur in der Schule umgibt und das Sprachenlernen nichts mit der Schule zu tun hat. Und vor allem wollte ich ihnen zeigen, dass sie alle mehrsprachig sind. Jugendsprache, Fachsprachen, der eigene Dialekt oder die Umgangssprache, dazu noch die eine oder andere Geheimsprache, eine oder mehrere Muttersprache(n) und vieles mehr. Sprache ist überall. Niemand muss vor ihr Angst haben. Sprachenlernen in der Schule ist aber oftmals mit Angst und Druck verbunden. Programmiersprachen sind einfach zu lernen, Fremdsprachen aber nicht? Naja, vielleicht liegt’s ja an der Bezeichnung… Wieso Fremdsprache? Zweit- oder Drittsprache vielleicht. Jedenfalls sind alle Sprachlernerfahrungen wertvoll und sollten als solche auch respektiert und beachtet werden.





Umso mehr freut es mich, dass ich den heutigen Tag mit einer SCHILF an der Tourismusschule Salzburg Standort Bad Hofgastein zum Thema Schreiben in und für Social Media verbringen durfte. Thema waren die unterschiedlichen Social Media-Anwendungen und ihre dazugehörigen Textformate, die Diskrepanz zur Blog-Definition des BIFIE (Blog als Textsorte in den Lebenden Fremdsprachen zur Standardisierten Reifeprüfung), Qualitätskriterien und auch die Aufbereitung einer Meldung für unterschiedliche Kanäle, nämlich Blog, Twitter, Facebook und Instagram. Ein wirklich schöner Nachmittag, bei dem es um Emojis und ihre Bedeutung ebenso ging wie um das Erstellen oder die Kunst der Memes und das Urheberrecht. Die Gruppe war klein, aber fein. Und es hat großen Spaß gemacht.

Und dabei bin ich auch an Plakaten vorbei gelaufen, die die Schüler/innen zum Tag der Sprachen gemacht haben. Und weil die Internatsschüler/innen auch in der Schule essen, gibt es ein kleines von den Schüler/innen mitgeführtes Restaurant.

Bild aus der CC-Lizenz ausgenommen! Fotos wurden dankenswerterweise von der Schulleitung zur Verfügung gestellt.


Heute mit mehrsprachiger Speisekarte und passender Tischdeko. Merci beaucoup – Grazie – Gracias – Thank you! Auch das ist gelebte Sprache.

Morgen geht es mit mobilen Lehr- und Lernbegleitern weiter. Und auch ein Social Media Workshop für Schüler/innen steht am Programm. :-)

Mittwoch, 23. August 2017

Unterrichtsbausteine #OER – ein Fazit

Der Juli und die erste Hälfte des Augusts waren durch die Veröffentlichung der Unterrichtsbausteine der Studierenden des fachdidaktischen Proseminar Das Smartphone als Kulturzugangsgerät geprägt. für mich ist es Zeit, ein Fazit zu ziehen.

Quelle: Pixabay (CC0)

Insgesamt wurden 44 Bausteine unter Creative Commons-Lizenz veröffentlicht. Sie verteilen sich wie folgt auf die drei im Kurs gesprochenen Sprachen:
  • Französisch: 4
  • Italienisch: 24
  • Spanisch: 16
Beinahe alle Bausteine tragen eine wirklich offene Lizenz, können also als #OER im engeren Sinne verstanden werden:
  • CC BY: 2
  • CC BY-SA: 38
  • CC BY-NC: 4
Die Studierenden hatten bei der Erstellung absolut freie Hand: Sie durften sich für ein Kompetenzniveau, eine oder mehrere trainierte Kompetenzen, die Anlehnung an ein oder Ablehnung eines Schulbuch(s), die verwendeten Methoden und Materialien, die Dauer und auch den Umfang des Bausteins völlig frei entscheiden. Es gab lediglich vier Voraussetzungen:
  • Der Baustein musste für den Fremdsprachenunterricht einer romanischen Sprache (unter Berücksichtigung des österreichischen Lehrplans) konzipiert werden.
  • Der Baustein musste eine offene Lizenz tragen.
  • Der Baustein musste eine Funktion des Smartphones oder eine App, die mit dem Smartphone ausgeführt werden kann, berücksichtigen 
  • Der Baustein musste als offenes Dateiformat (d.h. nicht als PDF) abgegeben werden, damit er auch weitergegeben werden kann.
Ich habe die Bausteine über Facebook, Twitter und Google+ geteilt, um sie Lehrerinnen und Lehrern zur Verfügung zu stellen. Die Reaktionen der Kolleginnen und Kollegen decken sich mit meiner Wahrnehmung: Die Baustein sind sehr unterschiedlich, in ihrer Qualität sehr heterogen und auch in Hinblick auf den Innovationsgrad ergibt sich eine breite Schere. Einige Bausteine sind sehr oberflächlich geblieben, einige sind wirklich wohldurchdacht und lassen sich gut in einen didaktischen Rahmen setzen. Einige sind sprachlich ein wenig holprig, andere lassen einen gewissen Flow erkennen.

Das hat nichts damit zu tun, dass einige „besser“ und andere „schlechter“ wären, vielmehr zeigen die Bausteine die unterschiedlichen Herangehensweisen der Studierenden: von Schema F bis Schema I(nnovation). Sie zeigen die Sozialisierung der Studierenden und gleichzeitig auch die Vielfalt, mit der man Themen behandeln kann. Einige Bausteine bedürfen für den Einsatz im realen Unterricht wahrscheinlich einer Überarbeitung oder Adaptierung. Aber genau dafür sind sie gedacht. Die Beiträge können kommentiert werden, Adaptierungen können und sollen sogar vorgenommen werden: Remix, Reuse und Rework sind ausdrücklich erwünscht.

Quelle: Pixabay (CC0)

Ich möchte den Studierenden auf diesem Weg noch einmal danken: Sie haben wirklich eine außergewöhnliche Leistung vollbracht, sich mit der Materie auseinandergesetzt und sich mutig und neugierig auf ein – für einige doch – neues Thema eingelassen. Bewahren Sie sich diese Neugier, bewahren Sie sich den Mut, Neues auszuprobieren! Einiges kann und wird schiefgehen, aber genau diese Erfahrungen bereichern das Leben. Aus Fehlern lernen nicht nur unsere Schülerinnen und Schüler, sondern auch wir Lehrende.

Sonntag, 13. August 2017

[CC-BY SA] In der Stadt/ Nach dem Weg fragen (S. Wonisch)

In seinem zweiten Unterrichtsbaustein behandelt Stefan Wonisch das Thema Wegbeschreibungen und Richtungsanweisungen. Für den Spanischunterricht hat er mit Hilfe von LearningApps.org zwei Bausteine entwickelt, die unterschiedliche Kompetenzen - nicht nur das Vokabelwissen - trainieren.

Quelle: Pixabay (CC0)

Sprache:
Spanisch (kann aber auch auf alle anderen Fremdsprachen im Unterricht angewandt werden)
Lerninhalt(e):
Wegbeschreibungen und Stadtpläne/ Stadtkarten; Gebäude und Einrichtungen
Lernziel(e):
Vokabeln und Phrasen zu Wegbeschreibungen in der Fremdsprache festigen und wiederholen; Wegbeschreibungen verstehen und Stadtpläne lesen können; sich in einer Stadt zurechtfinden;
CEFR Level:
A1 (1.Lernjahr Spanisch)
Kompetenzen:
Leseverständnis, Vokabular
Verwendete Medien/ Material:
Smartphone, Arbeitsblatt mit Dialogen
Smartphone / Apps in Verwendung:
learningapps.org
Lehrbuch:
Diverse Lehrbücher auf A1 Niveau, die das Thema „Wegbeschreibungen“ behandeln (In Spanisch z.B. Caminos neu 1 und Perspectivas A1-A2


Verwendete Anwendung

Samstag, 12. August 2017

[CC BY-SA] Vivir – Alquilar el piso ideal (S. Wonisch)

Der von Stefan Wonisch gestaltete erste Unterrichtsbaustein beschäftigt sich mit der Wohnungssuche und dem Finden und Vermitteln von Wohnungen. Die Idee ist grundsätzlich für den Spanisch-Unterricht konzipiert, lässt sich aber auf alle Fremdsprachen übertragen und bildet ein Thema, das alle Schüler/innen auch in ihrem realen Leben treffen/ interessieren kann/wird.

Quelle: Pixabay (Pixabay-Lizenz)

Sprache:
Spanisch (kann aber auch auf alle anderen Fremdsprachen im Unterricht angewandt werden)
Lerninhalt(e):
Wohnen
Lernziel(e):
Wohnungsanzeige/ Suchanzeige schreiben – auf eine Wohnungsanzeige reagieren/ E-Mail schreiben – die SchülerInnen wiederholen den Wortschatz zum Thema Wohnen und interagieren als fiktive Wohnungssuchende bzw. WohnungsvermieterInnen miteinander;
CEFR Level:
B1 (3./4.Lernjahr Spanisch)
Kompetenzen:
Schreiben
Verwendete Medien/ Material:
Smartphone, Schul-E-Mail-Account, Arbeitsblatt mit Bullet-Points
Smartphone / Apps in Verwendung:
padlet.com,  Schul-E-Mail-Adresse (SchülerInnen)

Unterrichtsbaustein zum Download

Freitag, 11. August 2017

[CC BY-SA] Länder und Hauptstädte (M. Magnet)

Madeleine Magnet hat zwei Unterrichtsbausteine zum Spanischen entwickelt. Der zweite Baustein entstammt ebenfalls einem landeskundlichen Kontext und dient dazu, die Länder und Hauptstädte spanischsprachiger Länder zu wiederholen. Hierfür wird Kahoot! eingesetzt.

Quelle: Pixabay (Pixabay-Lizenz)

Rahmenbedingungen

  • 4. Lernjahr (B1+)
  • 12 SuS 

Material

  • Smartphone 
  • PC

Dauer

  • 10 – 15 Minuten

Wie wird das Smartphone eingesetzt?

Das Smartphone soll hier dazu dienen das Spiel Kahoot! auszuführen.

Ziel

Länder und Hauptstädte spanischsprachiger Länder wiederholen.

Unterrichtsbaustein zum Download

Verwendete Anwendung

Donnerstag, 10. August 2017

[CC BY-SA] Rally código QR (M. Magnet)

Madeleine Magnet hat zwei Unterrichtsbausteine zum Spanischen entwickelt. Der erste Baustein beschäftigt sich mit den verschiedenen in Spanien und Lateinamerika zu hörenden Dialekten und Aussprachevarianten und wird in Form einer QR-Code-Rallye in den Unterricht integriert.

Quelle: Pixabay (Pixabay-Lizenz)

Rahmenbedingungen

  • 4. Lernjahr (B1+)
  • 12 SuS
 

Material

  • Smartphone mit QR-Code-Scanner-App
  • Eventl. Kopfhörer 
  • Arbeitsblatt

Dauer

  • 1 Unterrichtsstunde

Wie wird das Smartphone eingesetzt?

Das Smartphone soll hier dazu dienen, einen QR Code zu scannen und verschiedene Aufgabenstellungen zu lösen und teilweise am Arbeitsblatt niederzuschreiben.

Ziel

Ziel ist, dass die SuS auf die verschiedenen Dialekte und Akzente des Spanischen sensibilisiert werden und daraus positive Aspekte fürs Spanischlernen herausziehen können.

Ablauf und Durchführung

Durch eine Kombination aus Lesetext und QR-Code-Aufgaben sollen die SuS motiviert werden.

Mittwoch, 9. August 2017

[CC BY-SA] Une semaine à Paris- Bon voyage! (Weiterführung) (I. Köstinger)

Irina Köstinger hat zwei Unterrichtsbausteine geplant, die zum einen eng miteinander verbunden sind und in einer Doppeleinheit aufeinander aufbauend eingesetzt werden können. Sie hat darüber hinaus aber auch Aspekte des Geographie-Unterrichts, im Sinne der fächerübergreifenden Planung, einfließen lassen. Hier der zweite Teil - eine Vokabelwiederholung.

Quelle: Pixabay (Pixabay-Lizenz)

Die folgenden beiden Bausteine für den Französischunterricht, die im Zuge dieser Arbeit präsentiert werden, sind Teil eines fiktiven Schulprojekts - genauer eines Schüleraustauschs, der die SuS in die französische Metropole Paris führen soll. Der Austausch ist für die 6. Klasse (Sek II) Kurzform Frz. geplant und findet am Ende des Schuljahres statt. Die Bausteine dienen als Vorbereitung auf die Schülerreise bzw. können als Wiederholung und Vertiefung der im Frz.-Unterricht, am Beginn des Schuljahres, behandelten länderkundlichen und kulturellen Themen und des dazugehörigen Vokabulars angesehen werden. Die zwei Unterrichtsbausteine sind Teil des gemeinsamen Konzepts und sollten daher als zusammenhängende Elemente betrachtet werden. Sie sind sinngemäß in dieselbe Unterrichtseinheit eingebettet und werden in einer Doppeleinheit Französisch durchgeführt. Der fächerübergreifende Aspekt Französisch-Geographie wird beachtet und die darauffolgende Geographiestunde wird für diese Unterrichtseinheiten verwendet.

Rahmenbedingungen und technische Voraussetzungen

  • jede/r SchülerIn besitzt ein Smartphone 
  • Internetzugang über Schul-WLAN gegeben
  • QR-Code-Reader muss von SuS im Vorhinein installiert werden (kostenlos)
  • jede/r SchülerIn sollte über eigene Kopfhörer verfügen (Videos)
  • Beamer + Leinwand muss im Klassenraum vorhanden sein
  • Applikation Quizlet soll installiert werden (2. Baustein)
  • kostenlose Registrierung bei Quizlet notwendig
  • Klasse besteht aus 18 SuS
  • erreichtes Niveau: A2+ ( Ende 2. Lernjahr)

Unterrichtsbaustein 2: Sehenswürdigkeiten von Paris kennenlernen

  • Zeitdauer: voraussichtlich benötigte Zeit wird auf ca. 25 Minuten geschätzt, diese Aktivität findet direkt im Anschluss an die Smartphone-Rallye statt. 
  • Ort: Klassenzimmer
  • Sozialform: Einzel-Aktivität, interaktiv via Quizlet
  • Voraussetzung: Application Quizlet muss auf Smartphones installiert sein, Registrierung (kostenlos) im Vorhinein erforderlich, Smartphones mit Internetzugang
Unterrichtsbaustein zum Download

Neue Sprache braucht das Land?

Wenn ich mir die Diskussionen rund um Vong nd Meme so ansehe (und das tu ich gerne, wie viele wissen), schwanke ich zwischen einem Lächeln und der fremdschämenden Hand vor den Augen. Das Lächeln verschwindet zu einer echten Facepalm, wenn ich mir die Aluhut-Diskussionen oder die Antworten in Nachrichtenforen oder auch auf Facebook zu Gemüte führe. Von Rechtschreibung und Grammatik haben viele keine Ahnung (mehr). Sie schreiben, wie sie sprechen. Vieles muss man mühevoll über eine phonetische Rückführung erahnen. Sind Vongs nd H1 für mich (meist) lustige Sprach-Spielereien, so sind sie für viele nicht lustig – weil sie die Fehler nicht sehen, einen anderen Humor haben, Sprachspiele sowieso öde finden. Ich möchte hier nicht werten.

Quelle: Pixabay (CC0)

Social Networks strotzen aber vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern, die sprachliche Vielfalt verkommt. Wenn ich mir die Postings von Erwachsenen, auch aus dem akademischen Umfeld, ansehe, wenn ich mir ansehe, was „meine“ Studierenden in ihren Abschlussarbeiten sprachlich abliefern, dann schüttle ich oftmals nur den Kopf. Fehler über Fehler, Unachtsamkeit über Unachtsamkeit, Schlampigkeit über Schlampigkeit. Ich korrigiere auch wissenschaftliche Arbeiten immer in zwei Schritten:
  1. Sprache: In einem ersten Schritt streiche ich Wortwiederholungen an, setze Beistriche, unterscheide Dativ und Akkusativ, kümmere mich um Groß- und Kleinschreibung.
  2. Inhalt: Erst im zweiten Schritt – quasi nach der Dekodierung der Arbeit – lese ich die Arbeiten auf den Inhalt durch.
So wie ich Schülerinnen und Schülern in der Fremdsprache Fehler anstreiche, so mache ich es bei Studierenden in der Muttersprache. Und ich würde auch manchmal gerne großzügig mit dem Rotstift das eine oder andere Facebook-Posting bearbeiten.

Facebook-Postings hinterlassen einen Eindruck, gehören zur Marke, die wir um uns erschaffen, dazu. Klar gibt es die Autokorrektur am Smartphone, die uns nicht selten in die Verzweiflung treibt und auch meine Postings sind bei weitem nicht fehlerfrei. Aber ich unterscheide Groß- und Kleinschreibung und dass-das-Regeln. Ich bemühe mich, weil ich denke, dass ich als Lehrende eine Vorbildfunktion habe – den Studierenden und den Schülerinnen und Schülern gegenüber. Wenn Jugendliche und junge Erwachsene kaum Literatur lesen, ihren sprachlichen Input über Facebook und Co erhalten, liegt es doch an uns, ihnen einen wertvollen sprachlichen Input – trotz aller Vergänglichkeit der Postings – zur Verfügung zu stellen.

Meine digitalen Hilfsmittel: Duden & Korrekturen.de

Sprache entwickelt sich immer weiter, neue Wörter werden in den sprachlichen Kanon aufgenommen – so hat der Duden gerade 5000 neue Wörter aufgenommen (der Spiegel hat hieraus auch gleich ein Quiz gebastelt).
  • Und wer, wie ich, noch in der „alten Rechtschreibung“ aufgewachsen ist, ist sich vielleicht auch mal unsicher – groß oder klein? Zusammen oder getrennt? Ich empfehle hier die Seite Korrekturen.de, die die alte und neue Rechtschreibung in einer Wortliste gegenüberstellt und schon so einigen Zweifel ausgelöscht hat.
  • Aber auch der Duden bietet mittlerweile eine digitale Rechtschreibprüfung an.
  • Wer lieber einzelne Regeln nachschlagen möchte, wird ebenfalls auf der Duden-Seite fündig.
  • Für alle, die up-to-date bleiben wollen, gibt es auch ein Szenewörterbuch, in dem man online nachschlagen kann.
  • Auch das Wort bzw. das Unwort des Jahres lässt sich auf der Duden-Seite nachlesen.