Donnerstag, 5. Oktober 2017

Digitalisierung des Lernens: Non scholae sed vitae discimus.

Digitalisierung ist so eines der beliebtesten Schlagworte zurzeit. Wahrscheinlich sogar das beliebteste. So ein richtiges Buzzword. Alle sprechen davon, aber niemand weiß genau, was damit gemeint ist. Ist Ihnen dieser Beitrag zu pauschal? Ja, so ist auch die Diskussion über Digitalisierung. In unterschiedlichen Kontexten heißt Digitalisierung was Unterschiedliches. Wenn wir den Blick aus der Schule auf die Digitalisierung lenken, so denken wir zunächst an Interactive Whiteboards, Smartphones und Tablets. Also an digitale Medien, die zum Lehren und Lernen eingesetzt werden. Unterricht kann aber nicht digital sein. Die Realisierungsform der Medien kann digital sein, die eingesetzten Medien können digital sein. Aber das Lernen und Lehren sind nicht digital.

Quelle: Pixabay (CC0)

Auf einer anderen Seite denken wir aber auch an unsere Schüler/innen, die wir mit Kompetenzen ausstatten müssen, die wir selbst erst ausbilden müssen, Kompetenzen, von denen wir nicht mal wissen, dass sie in Zukunft relevant sein werden. Wir bereiten die Schüler/innen oft auf Berufsfelder vor, die gestern aktuell waren. Wir sollten sie auf Berufe vorbereiten, von denen wir nicht mal wissen, dass es sie geben wird. Wer hätte vor 20 Jahren daran gedacht, dass man mit YouTube-Videos (Was ist eigentlich YouTube?) Geld verdienen kann? Dass Social Media-Marketing eine zentrale Rolle spielt? Dass Online- und Offline-Handel verschränkt sein werden – der Versand- und der traditionelle Handel ineinander greifen (Click & Collect als Schlagwort)?

Es gibt Berufe, die sich wegdigitalisieren lassen. Der Job Futuromat gibt uns darüber Auskunft. Im Zuge seiner Keynote Industrie 4.0 / Wirtschaft 4.0: Eine Herausforderung für alle Bereiche der Berufsbildung hat Karl Wilbers Roboter in der Pflege genannt, über Digitalisierung gesprochen und als eine überspitzte Formulierung genannt: Männer lassen sich leichter wegdigitalisieren als Frauen. Die Aussage beruht auf einer Analyse von Berufsfeldern, die sich leichter „digitalisieren“ lassen und andere, bei denen es schwerer geht. Pflegeberufe, Erzieher/innen und Lehrende lassen sich schwerer wegdigitalisieren als Bereiche, in denen Routinehandlungen ausgeführt werden. Das heiße aber nicht, dass vor allem die Helferebene Angst haben müsse. Dies ziehe sich durch alle Ebenen. Eine sehr runde Keynote, die kritisch und reflektiert an das Thema Digitalisierung herangeht. Ohne Verherrlichung, ohne Dämonisierung, einfach erfrischend.

Quelle: Pixabay (CC0)


Da ich auf diesem Vernetzungstreffen zu digi.kompP, QIBB und Fremdsprachenlernen sprechen darf, lege ich die Erkenntnisse auf das Sprachenlernen und -lehren um. Und dabei greife ich auf den gestrigen Blogpost und die beschriebene Fehlerkultur zurück. Automatisierte Mails und Standardfloskeln lassen sich sicherlich durch Übersetzungsprogramme abdecken. Auch Chatbots werden beim Sprachenlernen eine Rolle spielen. Sprache ist aber lebendig, es geht um das Aushandeln, es geht um interkulturelle Kompetenzen und um das Aufeinander-Reagieren. Dabei können auch Ironie, Sarkasmus und ein gewisses Augenzwinkern im Spiel sein. Wenn Fehler und Missverständnisse auftreten, ändert sich der Kontext. Ein Plan B muss in Betracht gezogen werden. Vielleicht auch ein Plan C oder ein Plan D. Ein Algorithmus ist vielleicht nur wenig hilfreich. Wichtig erscheint also, das aktive Sprachhandeln zu trainieren, den Lernenden Freude am Lebenslangen Lernen zu vermitteln, ihnen Möglichkeiten des Lebenslangen Lernens aufzuzeigen. Es geht nicht um das Lernen für die Schule, sondern das Leben. Non scholae sed vitae discimus. Ein altbewährter und noch immer gültiger Ausspruch.

Werden Fremdsprachenkenntnisse bald überflüssig, weil computergestützte Übersetzungen immer besser werden?

Die Frage ist, wie man Fremdsprachenkenntnisse definiert: Wenn es um formelhafte Geschäftsbriefe oder Anleitungen geht, so hat man sich auch im analogen Zeitalter schon auf Referenzbücher und Vokabellisten „verlassen“ bzw. diese Phrasen automatisiert. Auch in der schriftlich-neutralen Korrespondenz funktionieren computergestützte Übersetzungen gut. Und es ist sicherlich korrekt, dass computergestützte Übersetzungen immer genauer und zuverlässiger werden. Den Faktor Mensch werden sie aber so schnell nicht ersetzen können. Denken Sie an Ironie, Sarkasmus oder auch an interkulturelle Aspekte, wenn es um Verhandlungen geht. Auch Menschen haben mitunter Probleme, versteckte ironische Hinweise, sarkastische Anmerkungen und Anspielungen auf einen (gemeinsamen) kulturellen Kontext zu erkennen, zu deuten und angemessen darauf zu reagieren. Wie agiert man beispielsweise in einem bestimmten Sprachraum in einem Gespräch? Darf man das Gegenüber unterbrechen? Wenn dann auch noch Wortwitze oder Emotionen hinzukommen, die Stimmmelodie sich verändert oder verschiedene Register eine Rolle spielen, man sogenanntes Code Switching betreiben sollte (es spielt ja eine Rolle, ob ich mit meinen Freundinnen und Freunden oder meinen Lehrerinnen und Lehrern spreche), dann ist der Computer noch lange kein Ersatz. Es gibt Ansätze in diese Richtung, die aber noch in den Kinderschuhen stecken.

Quelle: Pixabay (CC0)

Wichtig im schulischen Kontext scheint es, den Schülerinnen und Schülern mündliche Kompetenz zu vermitteln, die sie zu Sprachhandelnden macht. Im schriftlichen Kontext ist es wichtig, die Existenz und Möglichkeiten computerunterstützter Übersetzungen nicht zu negieren, sondern die Lerner/innen vielmehr darauf zu sensibilisieren, die Übersetzungen auch richtig zu wählen Doppeldeutige Wörter richtig zu verwenden, Synonyme zu finden und auch Sprichwörter nicht wortwörtlich zu nehmen.

Dienstag, 3. Oktober 2017

Neurodidaktik und was wir fürs Lernen aus ihr mitnehmen können

Als Mediendidaktikerin bediene ich mich regelmäßig unterschiedlicher Hilfswissenschaften. Oder anders gesagt: Ich hole mir das Beste aus den unterschiedlichen benachbarten Wissenschaftszweigen: den Bildungswissenschaften, den Fachdidaktiken, der Psychologie, der Lernweltforschung als Untergattung und natürlich auch der Neurodidaktik. Natürlich? Naja, Lernen hat was mit dem Gehirn zu tun, also liegt die Verbindung zwischen diesen beiden Bereichen nahe. Klar, oder? Was aber können wir übernehmen? Welche Bereiche tangieren uns Lehrende? Welche Erkenntnisse sind zentral? Wie können wir die Erkenntnisse zielführend in unsere Lehre einbauen? Weil ich diese Fragen nicht beantworten kann, kamen mir Vortrag (Lernst du noch oder verstehst du schon? Der Weg des Wissens ins Gehirn in digitalen Zeiten) und Workshop (Warum man Kompetenz nicht googeln kann - die Rolle von Lehrenden in digitalen Lernszenarien. Eine gehirngerechte Perspektive) im Zuge des Follow Ups zum Tag der Lehre an der FH Kärnten ganz recht. Dr. Henning Beck war als Vortragender geladen und da ich seine Bücher (Irren ist nützlich oder Hirnrissig) teilweise kenne, versprach ich mir sehr viel vom Nachmittag in Villach.

Quelle: Pixabay (CC0)
Der Vortrag begann vielversprechend und ich versuche ihn hier auch wiederzugeben - mit einiger Distanz allerdings und somit kann ich leider nicht mehr sagen, was von mir und was vom Vortragenden. Man möge es mir verzeihen. Der Inhalt in aller Kürze: Daten und Informationen lassen sich googeln, Wissen jedoch nicht. Deswegen ist das Wissen auch so schwer überprüfbar. Ja, das macht Sinn, dachte ich mir. Auch in Zukunft werden wir unser Gehirn zum Denken brauchen – ganz analog. In unserem Gehirn werden Informationen in Denkkonzepte umgewandelt, wir speichern Dinge in Mustern ab und setzen sie zu anderen in Relation. Wir gehen dabei nicht von Schritt A zu Schritt B und dann zu Schritt C. Wir können Schritte auch auslassen: Wenn wir einen Apfel sehen, gehen wir eine Beziehung zu ihm ein. Jede/r hat ein eigenes Konzept davon oder dazu. Das ist categorized thinking. Wir lernen auch in Konzepten und Kategorien. Man denke an einen Stuhl (oder österreichisch: Sessel). Wir nennen Stuhl eine Sache, auf der man sitzen kann. Ein Stuhl muss aber nicht unbedingt eine Lehne und vier Beine haben. Hier können wir durchaus kreativ sein.

Das Gehirn funktioniert nicht nach Algorithmen, der Computer aber schon. Wenn man keine Fehler macht, kommt man immer nur an das Ziel, für das man programmiert ist. Computer sind heute gleich dumm wie früher, sie sind es heute nur schneller, meint Henning Beck dazu. Das ist Intelligenz, ihr fehlt aber die Kreativität. Wir müssen auch neue Wege gehen können. Wir gestalten die Welt, indem wir mit ihr in Beziehung treten, hierfür muss man aber auch Fehler machen dürfen. Ein feiner Unterschied dabei: Wir können lernen und verlernen. Wenn wir etwas verstanden haben, können wir aber nicht ent-verstehen.

Quelle: Pixabay (CC0)

Wenn man die gleichen Daten hat, kann die Information eine andere sein. Es hängt von der Kontextualisierung und somit auch der Beziehung ab. Ein Beispiel gefällig? Man nehme die beiden Smileys :( und :) Sie unterscheiden sich in 50% ihrer Daten, die Information ist aber eine ganz andere. Wenn wir lernen, erkennen wir keine Daten, sondern Konzepte. Und dabei ist es wichtig, dass wir das große Ganze erkennen. Hier spielt wiederum das Warum eine Rolle.

Von besonderer Wichtigkeit für das Lernen dabei, so Beck, ist die Pause. Wir lernen im Schlaf oder in den Pausen – den Leerläufen jedenfalls, vor denen wir eigentlich irgendwie Angst haben. In dieser Zeit werden die Muster in unserem Gehirn angepasst. Je besser ich den Reiz verarbeite und in einen Kontext einbette, desto besser lerne ich (vielleicht wäre ‚nachhaltig‘ hier das richtigere Wort). Man sollte einen Schritt zurück treten und die Daten verdauen. Man sollte das Umfeld variieren und die vielen Sinne nutzen, um das Konzept zu erkennen. Deshalb gibt es auch keine Lerntypen. Alle Sinne spielen eine Rolle, je mehr Sinne angesprochen werden, desto besser. Und am besten ist es, wenn wir ein Problem lösen, indem wir Fragen stellen. Durch Fragenstellen erhalten wir einen besseren Zugang zum Thema. Spaced Learning statt Massive Learning sollte am Programm stehen. Wir lieben es, blockweise zu lernen (Down and Deliver). Wir sollten beim Lernen aber das Übertragen auf andere Kontexte mitdenken und auch üben oder forcieren.

Quelle: Pixabay (CC0)

Und noch ein schöner Satz von Henning Beck: Wir können Menschen nicht motivieren, sie aber demotivieren. Wir sollten den Nutzen des Lernprozesses herausstellen und nicht belohnen. Eine reine Belohnung führt dazu, dass der emotionale Bezug fehlt. Zum Lernen braucht man aber positive und negative Emotionen. Stress (um die Belohnung zu erhalten) wirkt hemmend, Dopamin hingegen förderlich. Fehler können förderlich und hinderlich sein, je nachdem, wie ich als Lehrperson oder die Community mit ihnen umgeht. Sind Fehler gut oder schlecht? Das ist die alte Frage nach der Fehlerkultur. Wir brauchen eine neue eben solche.

Ich gehe mal aus Sicht der Sprachlehrenden an die Sache ran.
  • Sanktion: Wenn wir Fehler immer sanktionieren, verlieren die Lerner/innen Freude an der Sprache und am Lernen. Sie trauen sich nicht mehr, zu experimentieren oder Schema-F zu verlassen. Sie sollten aber – gerade in der Sprache – ermutigt werden, Neues und Kreatives auszuprobieren.
  • Wichtiges individuell bestimmen lassen! Die Schüler/innen fassen die zehn wichtigsten Punkte einer Stunde zusammen. Wir Lehrpersonen erkennen dann auch, wie unterschiedlich wir wahrgenommen werden und wo wir eventuell einen Schwerpunkt gelegt haben.
  • Induktion vs. Deduktion im Lernen! Grammatikregeln werden aus der Sprachverwendung abgeleitet und nicht fernab jedes Kontextes gelernt.
Quelle: YouTube
  • Warum mache ich das? Diese Frage hilft beim Lernen. Eine Freundin im Ausland? Ein möglicher Beruf? Ein gutes Buch? Ein YouTube-Star? Die Gründe, sich mit einer Sprache zu beschäftigen, können ganz unterschiedlich sein.
  • Wissen zählt! Informationen sind viel zu leicht verfügbar. Man kann alles googeln; ein Umstand, der die Kostbarkeit des Wissens untergräbt. Wir sollten hier die Dinge vom anderen Ende her denken, Wissen auf Augenhöhe vermitteln. Auftrag: Schreibe einen Schummelzettel für den anderen. Was ist wichtig? Ich muss die Information zuerst verdauen (und verstehen), um etwas erklären und das Wichtige vom Unwichtigen trennen zu können.
  • Kinder spielen nicht, um zu gewinnen. Nur wir Erwachsene spielen wegen des Erfolgs. Spielen sollte zum Erfahrungsgewinn beitragen. Lassen wir Kinder und Lerner/innen in Geschichten aufgehen. Storytelling ist das Schlagwort.
  • Habt Mut zur Muße! Wir schicken unsere Gedanken auf Wanderschaft und sehen das Ganze aus einer anderen Perspektive. Dabei kann auch ein Leerlauf das Ziel sein. Nur so können wir Informationen verdauen, kontextualisieren und in Wissen umwandeln.
  • Erkennt den Sinn! Den Sinn zu erkennen, kann uns dabei helfen, den Kontext abzustecken.
  • Fehler helfen uns beim Lernen! Aus perfekter Kommunikation Können wir nicht lernen, weil wir nicht reagieren müssen. Wir spulen nur ein Programm ab. Mit Verstehen hat das nicht viel zu tun, vielmehr beten wir auswendig Gelerntes fernab eines Kontexts herunter. Wir müssen aber neue Muster knüpfen und neue Konzepte entwickeln. So funktioniert Sprache, so funktioniert Lernen. Für das Vokabellernen heißt das, dass wir die Sprache aktiv anwenden müssen. Das Vokabellernen alleine hilft uns nichts, weil sowohl Kontext als auch Sinn fehlen.
Soweit der Vortrag, der so einige Aha-Erlebnisse mit sich brachte. Nichts wirklich Neues, aber doch so einiges ausformuliert, was man sich immer schon dachte.

Der Workshop aber blieb hinter den Erwartungen. Zum einen schon mal, weil die Folien eine einzige Urheberrechtsverletzung waren. Somit ist es unmöglich, die Folien zum Nachschauen zu bekommen, was natürlich für den Blick auf das Ganze schon mal wenig förderlich ist. Jetzt, wo ich mir retrospektiv ein Bild machen könnte….

Zum anderen – und vor allem – aber, weil mich schon der Eröffnungssatz störte: Digitales Lernen sei Distanzlernen. Es gäbe einen Medienbruch statt einer Interaktion beim digitalen Lernen. Nun gut, das ist ja irgendwie noch nachvollziehbar. Wie sollen Webinare gestaltet werden? Die Frage hätte auch von mir kommen können, kam sie aber nicht. Die Antwort: Webinare sind didaktisch schlecht. Ich hüte mich ja vor derart pauschalen Antworten. Vielleicht spricht der Vortragende aus seiner eigenen Erfahrung, hier aber auf die Gesamtheit ALLER Webinare zu schließen, ist falsch. So. Wichtig ist, dass man beim Lernen gehirngerechte Lernwelten erstellt. Wir denken in Mustern und Zusammenhängen – nicht in Zahlen oder Buchstaben. Wir reihen Bildern aneinander und entwickeln Geschichten. Nicht die Werkzeuge aber bestimmen die Lösung, wie es der Vortragende so knapp formulierte. Es ist meine Aufgabe als Lehrperson, Geschichten zu erfinden und zu erzählen. Ich soll unterschiedliche Kontexte anbieten (können), um aus unterschiedlichen Perspektiven an ein Problem herantreten zu können: Probleme zerteilen – mehr Angriffsfläche bieten. Das sollte die Devise sein. Vielleicht ist Microlearning hier ein Schlagwort. Vielleicht passen die eLectures der Virtuellen Pädagogischen Hochschule hier ins Konzept. Oder aber auch das Coffee Cup Learning. Gerade diese beiden Formate sind aber eben eLearning. Sie sind eben Webinare.

Quelle: Pixabay (CC0)

Für unser Lernen gilt, dass wir Wissen über Geschichten abspeichern und als Konzept ablegen. Eine mögliche Kleinteiligkeit hilft beim Anknüpfen. Wir sollten ein Bild im Kopf erzeugen und aus unseren Fehlern lernen. Wir scheitern sozusagen voran – ein Bild des Vortragenden, das mir gut gefällt. Wichtig ist dabei, als Lerner/in und als Lehrer/in Fragen richtig stellen zu können, ein Rätsel zu kreieren und das Lernen auch zu invertieren. Fehlervermeidung ist dabei ein falscher Zugang oder Ansatz. Wir sollten zu unseren Fehlern stehen (Das ist die Fehler. Ja, das ist der Fehler.) und aus ihnen lernen. Vielfach wird beim Lernen, egal ob an Schulen oder Hochschulen, jedoch eher ein Vermeidungsverhalten wegen möglicher (schlechter) Noten an den Tag gelegt. Dabei sollten wir unsere Lerner/innen zuerst fordern (explorativ) und dann fördern. Soziale Anerkennung treibt den Menschen am meisten an, nicht die Noten. Unsere Aufgabe ist es, bis zu einem gewissen Grad, die Neugier aufrechtzuerhalten und eben nicht zu demotivieren. Wiederholung und Überraschung oder auch die Neuartigkeit eines Kontexts helfen beim Lernen und Verarbeiten. Vermitteln oder Probleme lösen? Beides! Wir sollen Geschichten oder Anekdoten erzählen statt Fakten beten – ja, oder auch hier beide Wege gehen.

Quelle: Pixabay (CC0)

Wie wäre es, wenn die Schüler/innen ein Skript für die anderen bzw. die Lehrenden erstellen dürfen? Denken wir an divergentes und konvergentes Lernen – neue Wege, neue Perspektiven, neue Lösungen. Individualität und Kreativität sollen möglich und vor allem erlaubt sein. Und dabei sind auch wir Lehrende wichtig. Denn: Begeisterung steckt beim Lernen an. Darum geht's. Die besten Lehrer/innen leben ihr Fach und sind selbst begeistert. Sie strahlen Begeisterung aus, die eben ansteckt.

Dienstag, 26. September 2017

Tag der Sprachen

Der 26. September ist der Tag der Sprachen. Als ich noch in der Schule unterrichten konnte, habe ich diesen Tag immer gefeiert. Mit kulinarischen Leckerbissen und auch Hörproben, mit Texten und Theaterstücken. Da gab es dann Mundartquizzes ebenso wie Übungen zur Fachsprache.

Quelle: Pixabay (CC0)

Die Schüler/innen sollten (und sollen noch immer!) erkennen, dass Sprache sie nicht nur in der Schule umgibt und das Sprachenlernen nichts mit der Schule zu tun hat. Und vor allem wollte ich ihnen zeigen, dass sie alle mehrsprachig sind. Jugendsprache, Fachsprachen, der eigene Dialekt oder die Umgangssprache, dazu noch die eine oder andere Geheimsprache, eine oder mehrere Muttersprache(n) und vieles mehr. Sprache ist überall. Niemand muss vor ihr Angst haben. Sprachenlernen in der Schule ist aber oftmals mit Angst und Druck verbunden. Programmiersprachen sind einfach zu lernen, Fremdsprachen aber nicht? Naja, vielleicht liegt’s ja an der Bezeichnung… Wieso Fremdsprache? Zweit- oder Drittsprache vielleicht. Jedenfalls sind alle Sprachlernerfahrungen wertvoll und sollten als solche auch respektiert und beachtet werden.





Umso mehr freut es mich, dass ich den heutigen Tag mit einer SCHILF an der Tourismusschule Salzburg Standort Bad Hofgastein zum Thema Schreiben in und für Social Media verbringen durfte. Thema waren die unterschiedlichen Social Media-Anwendungen und ihre dazugehörigen Textformate, die Diskrepanz zur Blog-Definition des BIFIE (Blog als Textsorte in den Lebenden Fremdsprachen zur Standardisierten Reifeprüfung), Qualitätskriterien und auch die Aufbereitung einer Meldung für unterschiedliche Kanäle, nämlich Blog, Twitter, Facebook und Instagram. Ein wirklich schöner Nachmittag, bei dem es um Emojis und ihre Bedeutung ebenso ging wie um das Erstellen oder die Kunst der Memes und das Urheberrecht. Die Gruppe war klein, aber fein. Und es hat großen Spaß gemacht.

Und dabei bin ich auch an Plakaten vorbei gelaufen, die die Schüler/innen zum Tag der Sprachen gemacht haben. Und weil die Internatsschüler/innen auch in der Schule essen, gibt es ein kleines von den Schüler/innen mitgeführtes Restaurant.

Bild aus der CC-Lizenz ausgenommen! Fotos wurden dankenswerterweise von der Schulleitung zur Verfügung gestellt.


Heute mit mehrsprachiger Speisekarte und passender Tischdeko. Merci beaucoup – Grazie – Gracias – Thank you! Auch das ist gelebte Sprache.

Morgen geht es mit mobilen Lehr- und Lernbegleitern weiter. Und auch ein Social Media Workshop für Schüler/innen steht am Programm. :-)

Mittwoch, 23. August 2017

Unterrichtsbausteine #OER – ein Fazit

Der Juli und die erste Hälfte des Augusts waren durch die Veröffentlichung der Unterrichtsbausteine der Studierenden des fachdidaktischen Proseminar Das Smartphone als Kulturzugangsgerät geprägt. für mich ist es Zeit, ein Fazit zu ziehen.

Quelle: Pixabay (CC0)

Insgesamt wurden 44 Bausteine unter Creative Commons-Lizenz veröffentlicht. Sie verteilen sich wie folgt auf die drei im Kurs gesprochenen Sprachen:
  • Französisch: 4
  • Italienisch: 24
  • Spanisch: 16
Beinahe alle Bausteine tragen eine wirklich offene Lizenz, können also als #OER im engeren Sinne verstanden werden:
  • CC BY: 2
  • CC BY-SA: 38
  • CC BY-NC: 4
Die Studierenden hatten bei der Erstellung absolut freie Hand: Sie durften sich für ein Kompetenzniveau, eine oder mehrere trainierte Kompetenzen, die Anlehnung an ein oder Ablehnung eines Schulbuch(s), die verwendeten Methoden und Materialien, die Dauer und auch den Umfang des Bausteins völlig frei entscheiden. Es gab lediglich vier Voraussetzungen:
  • Der Baustein musste für den Fremdsprachenunterricht einer romanischen Sprache (unter Berücksichtigung des österreichischen Lehrplans) konzipiert werden.
  • Der Baustein musste eine offene Lizenz tragen.
  • Der Baustein musste eine Funktion des Smartphones oder eine App, die mit dem Smartphone ausgeführt werden kann, berücksichtigen 
  • Der Baustein musste als offenes Dateiformat (d.h. nicht als PDF) abgegeben werden, damit er auch weitergegeben werden kann.
Ich habe die Bausteine über Facebook, Twitter und Google+ geteilt, um sie Lehrerinnen und Lehrern zur Verfügung zu stellen. Die Reaktionen der Kolleginnen und Kollegen decken sich mit meiner Wahrnehmung: Die Baustein sind sehr unterschiedlich, in ihrer Qualität sehr heterogen und auch in Hinblick auf den Innovationsgrad ergibt sich eine breite Schere. Einige Bausteine sind sehr oberflächlich geblieben, einige sind wirklich wohldurchdacht und lassen sich gut in einen didaktischen Rahmen setzen. Einige sind sprachlich ein wenig holprig, andere lassen einen gewissen Flow erkennen.

Das hat nichts damit zu tun, dass einige „besser“ und andere „schlechter“ wären, vielmehr zeigen die Bausteine die unterschiedlichen Herangehensweisen der Studierenden: von Schema F bis Schema I(nnovation). Sie zeigen die Sozialisierung der Studierenden und gleichzeitig auch die Vielfalt, mit der man Themen behandeln kann. Einige Bausteine bedürfen für den Einsatz im realen Unterricht wahrscheinlich einer Überarbeitung oder Adaptierung. Aber genau dafür sind sie gedacht. Die Beiträge können kommentiert werden, Adaptierungen können und sollen sogar vorgenommen werden: Remix, Reuse und Rework sind ausdrücklich erwünscht.

Quelle: Pixabay (CC0)

Ich möchte den Studierenden auf diesem Weg noch einmal danken: Sie haben wirklich eine außergewöhnliche Leistung vollbracht, sich mit der Materie auseinandergesetzt und sich mutig und neugierig auf ein – für einige doch – neues Thema eingelassen. Bewahren Sie sich diese Neugier, bewahren Sie sich den Mut, Neues auszuprobieren! Einiges kann und wird schiefgehen, aber genau diese Erfahrungen bereichern das Leben. Aus Fehlern lernen nicht nur unsere Schülerinnen und Schüler, sondern auch wir Lehrende.

Sonntag, 13. August 2017

[CC-BY SA] In der Stadt/ Nach dem Weg fragen (S. Wonisch)

In seinem zweiten Unterrichtsbaustein behandelt Stefan Wonisch das Thema Wegbeschreibungen und Richtungsanweisungen. Für den Spanischunterricht hat er mit Hilfe von LearningApps.org zwei Bausteine entwickelt, die unterschiedliche Kompetenzen - nicht nur das Vokabelwissen - trainieren.

Quelle: Pixabay (CC0)

Sprache:
Spanisch (kann aber auch auf alle anderen Fremdsprachen im Unterricht angewandt werden)
Lerninhalt(e):
Wegbeschreibungen und Stadtpläne/ Stadtkarten; Gebäude und Einrichtungen
Lernziel(e):
Vokabeln und Phrasen zu Wegbeschreibungen in der Fremdsprache festigen und wiederholen; Wegbeschreibungen verstehen und Stadtpläne lesen können; sich in einer Stadt zurechtfinden;
CEFR Level:
A1 (1.Lernjahr Spanisch)
Kompetenzen:
Leseverständnis, Vokabular
Verwendete Medien/ Material:
Smartphone, Arbeitsblatt mit Dialogen
Smartphone / Apps in Verwendung:
learningapps.org
Lehrbuch:
Diverse Lehrbücher auf A1 Niveau, die das Thema „Wegbeschreibungen“ behandeln (In Spanisch z.B. Caminos neu 1 und Perspectivas A1-A2


Verwendete Anwendung

Samstag, 12. August 2017

[CC BY-SA] Vivir – Alquilar el piso ideal (S. Wonisch)

Der von Stefan Wonisch gestaltete erste Unterrichtsbaustein beschäftigt sich mit der Wohnungssuche und dem Finden und Vermitteln von Wohnungen. Die Idee ist grundsätzlich für den Spanisch-Unterricht konzipiert, lässt sich aber auf alle Fremdsprachen übertragen und bildet ein Thema, das alle Schüler/innen auch in ihrem realen Leben treffen/ interessieren kann/wird.

Quelle: Pixabay (Pixabay-Lizenz)

Sprache:
Spanisch (kann aber auch auf alle anderen Fremdsprachen im Unterricht angewandt werden)
Lerninhalt(e):
Wohnen
Lernziel(e):
Wohnungsanzeige/ Suchanzeige schreiben – auf eine Wohnungsanzeige reagieren/ E-Mail schreiben – die SchülerInnen wiederholen den Wortschatz zum Thema Wohnen und interagieren als fiktive Wohnungssuchende bzw. WohnungsvermieterInnen miteinander;
CEFR Level:
B1 (3./4.Lernjahr Spanisch)
Kompetenzen:
Schreiben
Verwendete Medien/ Material:
Smartphone, Schul-E-Mail-Account, Arbeitsblatt mit Bullet-Points
Smartphone / Apps in Verwendung:
padlet.com,  Schul-E-Mail-Adresse (SchülerInnen)

Unterrichtsbaustein zum Download

Freitag, 11. August 2017

[CC BY-SA] Länder und Hauptstädte (M. Magnet)

Madeleine Magnet hat zwei Unterrichtsbausteine zum Spanischen entwickelt. Der zweite Baustein entstammt ebenfalls einem landeskundlichen Kontext und dient dazu, die Länder und Hauptstädte spanischsprachiger Länder zu wiederholen. Hierfür wird Kahoot! eingesetzt.

Quelle: Pixabay (Pixabay-Lizenz)

Rahmenbedingungen

  • 4. Lernjahr (B1+)
  • 12 SuS 

Material

  • Smartphone 
  • PC

Dauer

  • 10 – 15 Minuten

Wie wird das Smartphone eingesetzt?

Das Smartphone soll hier dazu dienen das Spiel Kahoot! auszuführen.

Ziel

Länder und Hauptstädte spanischsprachiger Länder wiederholen.

Unterrichtsbaustein zum Download

Verwendete Anwendung